| Beschreibung der Vorlage |
Das neue Wohnungsgesetz wollte die schlechten sanitarischen Zustände vieler Häuser verbessern. Noch hausten tausende Menschen in einem gesundheitswidrigen Wohnungselend und mancherorts mussten sich Schlafgänger Betten in Schichten teilen, wie eine Untersuchung ergeben hatte. Das neue Gesetz enthielt sanitarische Vorschriften und sah die Einführung einer amtlichen Wohnungsaufsicht für Mietwohnungen vor. Die Gegnerschaft beklebte die Stadt deshalb mit Plakaten «Nieder mit dem Gesslerhut!» und «Nieder mit den Wohnungsvögten!» Sie monierte, dass die persönliche Freiheit der Beamtenwillkür preisgegeben würde und warnte, dass viele billige Logis unbewohnbar würden. Auch in den Arbeiterquartieren dominierte deshalb die Angst vor Wohnungsverlust oder höheren Mieten. Die SP hatte Stimmfreigabe beschlossen, weil nur die Miet-, nicht auch Eigentümerwohnungen geregelt werden sollten.
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